Marssonina-Blattfallkrankheit

Die Marssonina-Blattfallkrankheit ist eine durch eine Infektion mit dem Pilz Diplocarpon mali hervorgerufene Erkrankung von Apfelbäumen. An stark befallenen Bäumen kann es zu einem Verlust eines Großteils der Blätter kommen. Während die Krankheit früher nur in Asien und Amerika vorkam, tritt sie seit Beginn des 21. Jahrhunderts zunehmend auch in Europa auf.

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Aufgrund der schwarzen Flecken, die nach der Infektion auf den Laubblättern auftreten, wird die Erkrankung auch als Marssonina-Blattfleckenkrankheit bezeichnet. International wird die Erkrankung als Marssonina blotch oder als Marssonina leafspot bezeichnet.

                   Symptome

Symptome der Infektion bilden sich im Sommer nach längeren Regenzeiten aus. Zuerst sind grauschwarze, diffuse Blattflecken auf den Blattoberseiten erkennbar. Diese breiten sich zunehmend aus und laufen mit der Zeit ineinander. Die infizierten Zellen sterben ab, wodurch es zu einer nekrotischen Sprenkelung der Blätter kommt, die auf der Blattoberseite deutlicher zu erkennen ist als auf der Blattunterseite.

Schließlich brechen auf der Blattoberfläche kleine runde bis ovale schwarze Fruchtkörper durch, die als Acervuli bezeichnet werden. Vor allem bei länger anhaltender warm-feuchter Witterung kann innerhalb kurzer Zeit die Hälfte der Blätter infiziert sein, die sich gelb verfärben und schließlich vorzeitig abfallen, während die Früchte noch nicht voll ausgereift am Baum hängen. Bei starkem Infektionsdruck kann der Blattfall bereits ca. zwei Wochen nach der Infektion beginnen, was bei einigen Ausbrüchen bereits Mitte August der Fall war. Aufgrund der reduzierten Blattmasse werden die Früchte nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt, wodurch sie in der Entwicklung gestört werden. Die Einlagerung von Stärke ist reduziert und die Früchte haben ein niedrigeres Fruchtgewicht und färben mangelhaft aus, was zu einer reduzierten Fruchtqualität führt. Auch im Folgejahr führt die Erkrankung zu Ertragseinbußen, da die befallenen Bäume nur mangelhaft Blüten ansetzen und der Austrieb im kommenden Frühjahr gestört ist.

Aus Indien wurde beschrieben, dass die Infektion runde Flecken auf den Früchten verursachen kann. Diese Symptome wurden bisher in Europa nicht beschrieben.

Die durch Diplocarpon mali verursachten Symptome ähneln der durch Pilze der Gattung Phyllosticta verursachten Blattfleckenkrankheit. Zur sicheren Diagnose kann der Erreger auf Pepton-Dextrose-Kartoffel-Agar kultiviert werden. Außerdem kann er mit Hilfe einer PCR nachgewiesen werden.

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                   Bekämpfung

Im Erwerbsobstbau wird der Pilz durch die üblichen Fungizidbehandlungen gegen Apfelschorf und Apfelmehltau mit erfasst. Diplocarpon mali weist allerdings eine relativ geringe Empfindlichkeit gegenüber den im Bioanbau zur Bekämpfung pilzlicher Infektionen eingesetzten Kupferpräparaten auf. In Japan wurden zudem bereits in den späten 1990er-Jahren Diplocarpon mali-Stämme gefunden, die eine Resistenz gegenüber dem Wirkstoff Thiophanat-methyl aufwiesen.

Da die verschiedenen Apfelsorten unterschiedlich stark empfindlich für die Infektion sind, könnte eine effektive vorbeugende Maßnahme gegen die Erkrankung in der Auswahl widerstandsfähiger Sorten bei der Neuanlage eines Obstbaukultur bestehen. Zur Zeit wird vor allem in Korea daran gearbeitet, gegenüber der Diplocarpon-Infektion resistente Apfelsorten zu identifizieren bzw. neu zu züchten.

Durch Hygienemaßnahmen, insbesondere die Desinfektion von Werkzeugen und die Beseitigung von befallenem Laub im Herbst, kann das Wiederauftreten der Erkrankung im Folgejahr sowie die Ausbreitung der Infektion begrenzt werden. Durch einen sorgfältigen Obstbaumschnitt kann gewährleistet werden, dass alle Partien des Baumes gut belüftet sind, wodurch die Blätter schneller abtrocknen können.

Die Pflanzenschutzorganisation für Europa und den Mittelmeerraum (EPPO) hat die Infektion in ihrer Warnliste (EPPO Alert list) aufgenommen. Sie geht davon aus, dass sich die Infektion in Europa weiter ausbreiten und sich der Pilz zumindest in verschiedenen weiteren Regionen in Deutschland fest ansiedeln könnte. Da man davon ausgehen muss, dass sich die Infektion bereits an mehreren Standorten angesiedelt hat, kann die natürliche Verbreitung wahrscheinlich in Zukunft nur unzureichend eingedämmt werden.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Marssonina-Blattfallkrankheit

Veröffentlicht von Aufgewacht

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