Themenwunsch: Pestizide

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Pestizid (von lat. pestis = Geißel, Seuche und lat. caedere = töten) ist eine aus dem englischen Sprachgebrauch übernommene Bezeichnung für chemische Substanzen, die lästige oder schädliche Lebewesen töten, vertreiben oder in Keimung, Wachstum oder Vermehrung hemmen. Im Allgemeinen sind damit Stoffe gemeint, die vom Menschen eingesetzt werden. Vereinzelt wurde der Begriff auf Stoffe, die von Pflanzen erzeugt werden (z.B. Solanin als Fraßschutz) übertragen.

Zu den Pestiziden gehören

* die Pflanzenschutzmittel, die zum Schutz von Pflanzen

* die Biozide, die zum Schutz der Gesundheit oder der Produkte des Menschen aus organischem Material (mit Ausnahme pflanzlicher Lebens- und Futtermittel), z.B. Stoff, Leder, Holz, Erdölprodukte, ausgebracht werden (Richtlinie 2009/128/EG, Art.3, Nr.10).
Wikipedia

Bund für Umwelt und Naturschutz schreibt:

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Bild oben: Abbildung aus einer alten US-Infobroschüre zum Thema Pestizide

Pestizide sind giftig – das ist schließlich ihr Zweck. Das ist problematisch für Umwelt und Natur, aber auch für uns Menschen. Es gibt eine Reihe von Wegen, auf denen Pestizide zu uns gelangen und unsere Gesundheit gefährden.

Besonders betroffen sind Bäuerinnen und Bauern, die regelmäßig mit den giftigen Stoffen hantieren und so in direkten Kontakt mit ihnen kommen. Auch wer in unmittelbarer Nachbarschaft von pestizidbehandelten Feldern lebt, bekommt nicht selten eine gehörige Portion von dem Gift ab, etwa durch windbedingte Abdrift.

Aber auch alle anderen, die weit entfernt von den direkten Pestizid-Einsatzorten leben, sind gefährdet. Immer wieder werden erhöhte Pestizid-Rückstände und Grenzwertüberschreitungen vor allem in Obst und und Gemüse festgestellt. Auch über den Umweg des Tierfutters können Pestizide in unsere Nahrung gelangen.

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Pestizide sind fast ohne Ausnahme auch für Menschen gesundheitsschädlich. Das bestreitet heute niemand mehr. Schon lange ist es etwa üblich, Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich abzuwaschen, da es ja „gespritzt“ sein könnte. Da „Pestizid“ nur ein funktionsbezogener Oberbegriff für eine Vielzahl von Stoffen ist, können die Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit ganz unterschiedlich sein. Die Liste der möglichen Gefährdungen ist lang: von akuten und chronischen Hauterkrankungen über Vergiftungserscheinungen bei direktem Kontakt, Krebs, Fruchtbarkeits- und Erbgutschäden bis hin zu Missbildungen bei Neugeborenen. Pestizide werden insgesamt zu den gefährlichsten Umweltgiften der Welt gezählt.

Dass Pestizide keine harmlosen Substanzen sind, wird auch daran deutlich, dass sie immer wieder in suizidaler Absicht vor allem von verzweifelten BäuerInnen in ärmeren Ländern eingenommen werden. Über 300.000 Menschen nehmen sich einer Studie zufolge jährlich mit Pestiziden das Leben.
Wikipedia schreibt:

Der biologische Pflanzenschutz hat großes Gewicht im integrierten Pflanzenschutz, wo biologische, chemische und physikalische Maßnahmen kombiniert werden, und auch in der ökologischen Landwirtschaft, wo chemische Maßnahmen nicht erlaubt sind.

Biologischer Pflanzenschutz inklusive biologischer Schädlingsbekämpfung gewinnen als Alternative für Pestizide wieder an Bedeutung. Letztere hinterlassen aufgrund ihrer Persistenz Rückstände in der Natur und führen zu Akkumulation schädlicher Substanzen, die sich negativ auf die menschliche und ökologische Gesundheit auswirken.

Umweltbund schreibt:

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Trauben und Wein benötigen nicht mehr als gezielte Blattdüngung nach Prognose.

BerlinOnline schreibt 17. Mai 2016

Berlin bekämpft den Eichenprozessionsspinner: Pestizide gegen schädliche Raupen

Mit dem Einsatz von Insektiziden will Berlin in diesem Jahr den Eichenprozessionsspinner bekämpfen. Das bestätigte Uwe Peitz, Sprecher der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, auf Anfrage. «Dazu ist gegenwärtig der beste Zeitpunkt», so Peitz.

Giftige unsichtbare Haare
Die Raupen des Eichenprozessionsspinners, eines Schmetterlings, gefährden die Gesundheit von Menschen. Momentan befinden sich die Raupen im dritten Larvenstadium. Ab diesem Stadium entwickeln sie feine, für den Menschen nahezu unsichtbare Haare. Diese sind giftig, brechen leicht, werden vom Wind verbreitet und können sich beim Mensch auf Haut und Schleimhäuten festsetzen. Der Körper reagiert darauf – je nach Anfälligkeit – etwa mit Haut- und Atemwegsreizungen oder Asthma-Anfällen, in seltenen Fällen sogar mit einem Kreislaufversagen.

Unternehmen entfernen Nester
Um die Bevölkerung zu schützen, geht das Land Berlin nun gegen den Eichenprozessionsspinner vor. «Innerhalb einer sehr kurzen Zeitspanne von 10 bis 14 Tagen kann die Raupe am effektivsten direkt mit einem Insektizid bekämpft werden», sagt Uwe Peitz. Die Bezirke wählten die zu behandelnden Bäume aus. Einsatz-Schwerpunkte seien überall dort, wo sich viele Menschen aufhalten: Haltestellen von Bussen und Bahnen, Schulen, Kitas und Parkanlagen.

Der Einsatz der Pestizide ist allerdings abhängig von der Witterung. Am wirksamsten ist er bei Windstille und Temperaturen von unter 25 Grad Celsius.

Zentrum der Gesundheit schreibt:

Pestizide: Giftcocktails in den Nahrungsmitteln

Paprika, Trauben, Äpfel, Tomaten, Salate und neuerdings auch Johannisbeeren zählen – sofern sie aus konventionellem Anbau stammen – mittlerweile zu den Spitzenreitern in Sachen Pestizidbelastung. Laut zahlreicher Studien tragen diese von Natur aus wertvollen Lebensmittel nun zu einer epidemieartigen Ausbreitung chronischer Krankheiten bei.

Pestizide begünstigen chronische Krankheiten

Chronische Krankheiten sind in vielen industrialisierten Staaten wie Deutschland und den USA weit verbreitet. Mehr Studien als je zuvor bringen die Entstehung chronischer Erkrankungen mit der Pestizidbelastung unserer Lebensmittel und Umwelt in Verbindung.

Laut einer neuen Datenbank, die zur Katalogisierung der betreffenden Studien erstellt wurde, stehen Pestizide im Verdacht, an der Entstehung von Krebs, Fortpflanzungsstörungen, Diabetes, Autismus, Asthma, Geburtsfehlern, Parkinson, Alzheimer und noch weiteren Krankheiten massgeblich beteiligt zu sein.

„Pestizide müssen verboten werden“

„Beyond Pesticides“, eine amerikanische Organisation, die sich für den Schutz der Umwelt und die Gesundheit der Verbraucher einsetzt, erstellte eine „Datenbank für Krankheiten, die durch Pestizide verursacht werden“ (Pesticide-Induced Diseases Database).

„Beyond Pesticides“ will damit die Öffentlichkeit für die Gefahren der Pestizide sensibilisieren und fordert gesetzliche Verbote der nachweislich gesundheitsschädigenden Gifte.

„Wer die wissenschaftliche Literatur in Bezug auf Pestizide und deren Wirkung auf den menschlichen Organismus durchforscht, kommt unweigerlich zur Schlussfolgerung, dass vielen der heute weit verbreiteten schweren Erkrankungen schon allein dadurch vorgebeugt werden könnte, wenn man die Nutzung giftiger Pestizide konsequent beenden würde“

Quelle: http://www.bund.net/themen_und_projekte/chemie/pestizide/gesundheitsgefahren/

Quelle: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Pestizid

Quelle: http://www.umweltbund.de/pflanzenbau

Quelle: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Biologischer_Pflanzenschutz

Quelle: https://www.berlinonline.de/mitte/nachrichten/4415729-4015813-berlin-bekaempft-den-eichenprozessionssp.html

Quelle: http://www.zentrum-der-gesundheit.de/pestizide-im-essen-ia.html

Veröffentlicht von Aufgewacht

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5 Gedanken zu “Themenwunsch: Pestizide

  1. tschuldige, muss ich gerade mal erwähnen, weil es fast unheimlich ist, ich habe heute Morgen gedacht, dass Du das Thema nicht mehr bearbeiten würdest und nun steht es hier……

    Gefällt 2 Personen

  2. „…Bezeichnung für chemische Substanzen, die lästige oder schädliche Lebewesen töten, vertreiben oder in Keimung, Wachstum oder Vermehrung hemmen.“
    Die Menschheit gehört mittlerweile auch zu den lästigen, und vor allem schädlichen Lebewesen. Interessanterweise bekämpft sie sich seit geraumer Zeit selbst, wie bei überpopulierten Arten üblich in der Natur! 😀

    Gefällt 4 Personen

  3. ein passendes thema, da gerade die eu glyphosat erneut zulassen will. das pestizid ist auch als roundup bekannt.
    sogar im bier wird glyphosat nachgewiesen. das reinheitsgebot sollte das aber ausschließen, wie ich finde.
    dank für deine mühe.

    Gefällt 1 Person

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