Bagdad-Batterie

                       Einleitung

Wenn man sich mit der Vergangenheit auseinandersetzt wird man irgendwie nicht das Gefühl los,das die Gegenwart gar nicht so modern ist wie es immer dargestellt wird.Immer wieder werden Ausgrabungen gemacht die Rätsel geben und die Geschichte auf den Kopf stellen.So ist es auch mit diesem Fund.

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Bild oben: Handelsübliche Batterien und Zellen

Wenn man heute Fragen würde oder in Geschichtsbüchern  nachschaut, wann wurde die Batterie erfunden bzw wann hat man angefangen zu experimentieren das es zu einer Batterie wird wie man sie heute kennt wird man auf das Jahr 1780 hingewiesen.

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Bild oben: Batterien historischer galvanischer Zellen

Wikipedia schreibt:
Im Jahr 1780 bemerkte der italienische Arzt Luigi Galvani, dass ein Froschbein, das in Kontakt mit Kupfer und Eisen kam, immer wieder zuckte und hielt das für eine elektrische Wirkung. Das erste funktionierende galvanische Element und damit die erste Batterie wurde in Form der Voltaschen Säule im Jahr 1800 von Alessandro Volta vorgestellt.

Quelle: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Batterie_(Elektrotechnik)

                         Hauptteil

Die Bagdad-Batterie, auch unter dem Namen Batterie der Parther oder Batterie von Khu-jut Rabuah bekannt, ist ein Tongefäß, das 1936 vom Archäologen Wilhelm König bei Ausgrabungen einer parthischen Siedlung an Stelle des Hügels Khujut Rabuah nahe Bagdad gefunden wurde. Da es einen Kupferzylinder und ein Eisenstäbchen enthält, gibt es Spekulationen, dass es – mit gleichartigen zusammengeschaltet – bereits vor 2000 Jahren als Batterie gedient haben könnte, als Elektrizität nach bisherigem Wissensstand eigentlich noch unbekannt war.Wikipedia

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Bild oben: Zeichnung der Fundstücke: Tongefäß, Kupferzylinder und Eisenstäbchen

Die Bagdad-Batterie ist ein ca. 14 cm hohes vasenförmiges Tongefäß, dessen größter Durchmesser rund 8 cm beträgt. Es enthält einen am unteren Ende verschlossenen, ca. 9 cm langen Kupferzylinder mit einem Durchmesser von 26 mm. In diesem befand sich, durch eine Art Stöpsel aus Asphalt (Bitumenmasse) festgehalten, ein stark oxidiertes Stäbchen aus Eisen. Dessen oberes Ende stand etwa 1 cm über den Stopfen heraus und war von einer gelbgrauen Oxidationsschicht überzogen.Zwischen beiden Metallen besteht kein leitender Kontakt.

                           Funde
Gefunden wurde 1936 nur ein Objekt mit exakt dieser Anordnung der beiden Metalle. Fundort war der Hügel von Khujut Rabuah (Khujut Rabbou’a) nahe Bagdad, im Rahmen der Freilegung einer historischen Parthersiedlung aus den Jahren 250 v. Chr. bis 225 n. Chr. Durch starken Regen wurden zufällig die ersten Spuren der Siedlung entdeckt.

* Unter der archäologischen Leitung von Leroy Waterman, University of Michigan, wurden 1930 bei Seleukia vier verschlossene Tongefäße ausgegraben. Drei dieser in die späte Sassanidenzeit (5. bis 6. Jh. n. Chr.) datierten Fundobjekte waren mit Bitumenmasse versiegelt. Diese Gefäße enthielten einen wiederum versiegelten Bronzezylinder, in dem sich ein eingepresster Papyruswickel befand. Obwohl auf keiner dieser weitgehend zerfallenen Faserrollen Schriftzeichen nachgewiesen werden konnten, andererseits aber diese Tonbehälter mit bis zu vier im Erdboden eingesenkten Metallstäben aus Bronze und Eisen abgesteckt worden waren, wird auf deren kultische Sinngebung und Verwendung geschlossen. Das vierte ebenfalls versiegelte Gefäß enthielt Glasscherben.

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Bild oben: Interner Aufbau nach Wilhelm  König

* Eine von Ernst Kühnel geleitete deutsch-amerikanische Grabungsexpedition fand 1931 im unmittelbar benachbarten Ktesiphon sechs weitere Tongefäße, darunter drei versiegelte Fundobjekte mit jeweils einem, drei und zehn gewickelten und versiegelten Bronzeröllchen. Innerhalb dieser Bronzewickel befanden sich bereits stark zersetzte Zellulosefasern. Ein weiteres Tongefäß enthielt drei versiegelte Bronzezylinder. In den beiden übrigen und ebenfalls versiegelten Gefäßen befanden sich in einem Fundexemplar mit Bleikarbonat überzogene Plättchen aus ursprünglich reinem Blei; im anderen zehn stark korrodierte Eisennägel, an denen Spuren eines umwickelten organischen Fasermaterials nachgewiesen werden konnten.Zwar erinnert ein Rundwickel aus Metallfolie und Papier an das konstruktionstypische Merkmal eines z. B. mit getränktem Papier aufgebauten Elektrolytkondensators, jedoch gibt es für diese wie auch bei Seleukia ergrabenen Funde wegen offenkundlich fehlender Gegenelektrode keine unmittelbar greifbare elektrophysikalische Funktionsgrundlage.

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Bild oben:Nachbildung eines Fundes.Technisches  Museum Wien

Info:
Original Bagdad-Batterien  im Irakische Nationalmuseum in Bagdad

* Wilhelm König vertrat seit 1938 die Auffassung, dass es sich bei dem in Khujut Rabua gefundenen henkellosen Tonbehälter nur um ein galvanisches Element bzw. eine Batterie handeln kann. Auf diesen Standpunkt bezieht sich bis heute eine Reihe kontrovers abhandelnder Beiträge.

Quelle: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Bagdad-Batterie

Zeit Online veröffentlichte einen Artikel vom 1. Dezember 1978

Elektro-Batterien aus der Zeit Cäsars und Kleopatras

Vieles spricht dafür, daß die Parther schon vor 2000 Jahren „galvanisiert“ haben.

Die Zuschauer eines Kleopatra-Films würden in Gelächter ausbrechen, wenn sie mit ansehen müßten, wie die ägyptische Königin ihren römischen Freund Cäsar beim Schein einer elektrischen Taschenlampe durch die nächtlichen Straßen Alexandrias oder ins Innere der Cheops-Pyramide führt. Elektrizität, würden sie sagen, war den Menschen vor zwei Jahrtausenden ja nun wirklich nicht bekannt: erst in der Neuzeit wurde sie entdeckt, um 1600 zunächst als „Reibungselektrizität“, nachdem man bemerkt hatte, daß der Bernstein, den die alten Griechen „Elektron“ genannt hatten, nach dem Reiben leichte Körper anzieht; und noch später, 1789, meinte der italienische Arzt und Naturforscher Luigi Galvani bei seinem berühmten Froschschenkelversuch, die „tierische Elektrizität“ gefunden zu haben, womit dann die Erforschung der Elektrizität eigentlich erst begann.

Quelle: http://www.zeit.de/1978/49/elektro-batterien-aus-der-zeit-caesars-und-kleopatras

Technisches Museum Wien schreibt:

Ein antikes Tongefäß ist eines der größten Rätsel der Antike. Eins ist sicher: Das unscheinbare, vasenähnliche Behältnis diente ganz sicher nicht zur bloßen Aufbewahrung von Dingen.

Vielmehr deutet alles darauf hin, dass es sich bei diesem schlichten tönernen Gefäß um die erste Batterie der Welt handelt. Doch wie konnten die Menschen fast 2.000 Jahre vor Beginn der Erforschung und Nutzung von Elektrizität bereits eine Batterie herstellen? Und wofür wurde sie verwendet?
Gerade einmal 14 Zentimeter groß, wird das Tongefäß von unseren BesucherInnen oft übersehen – sehr zu unrecht! Denn die sogenannte „Bagdad Batterie“ gehört zu den geheimnisvollsten Objekten im Technischen Museum Wien.

1936 stieß man im Irak bei Ausgrabungen in der Nähe von Bagdad auf die Spuren menschlicher Siedlungen und entdeckte dabei das Objekt. Das Besondere daran: Im Tongefäß steckte ein Zylinder aus Kupferblech und in diesem wiederum ein Eisenstab. Die beste Erklärung für diese seltsame Anordnung war, dass es sich um eine Vorrichtung zur Galvanisierung handelt. Beim Galvanisieren werden Objekte mit hauchdünnen Metallschichten überzogen. Dafür ist die Erzeugung einer geringen elektrischen Spannung notwendig. Funde von fein vergoldeten Kunstobjekten bestätigen diese Theorie.

Vielleicht war die „Bagdad Batterie“ aber noch viel mehr: Wird der Kupferzylinder nämlich mit Essig befüllt, hat man tatsächlich eine vollwertige Batterie, die elektrischen Strom liefert. Haben die Menschen im antiken Irak etwa tatsächlich bereits vor 2.000 Jahren elektrischen Strom genutzt?

Quelle: http://www.technischesmuseum.at/objekt/bagdad-batterie

                 

Veröffentlicht von Aufgewacht

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