Der Mordfall Li Yangjie

Der Fall erlangte durch Verwandtschaftsverhältnisse des Tatverdächtigen zu zwei Beamten des ermittelnden Polizeiapparats – Mutter und Stiefvater des Beschuldigten sollen beide bei der ermittelnden Polizei in Dessau arbeiten.Der Fall brachte die Polizei selbst in den Fokus der Anschuldigungen.

Zur Person des Opfers

Die Ermordete, mit Familiennamen Li, Vornamen Yangjie, war eine 25-jährige chinesische Architekturstudentin an der Hochschule Anhalt (Dessau, Köthen, Bernburg).

Bisherige Erkenntnisse zum Tathergang

Pinyin Lǐ Yángjié; geboren in Henan, China; vermisst seit 11. Mai 2016; tot aufgefunden am 13. Mai 2016 in Dessau-Roßlau.

Am Mittwoch, den 11. Mai 2016, verließ Li ihr WG-Haus in der Johannisstraße in der Innenstadt von Dessau-Roßlau, um Joggen zu gehen. Sie kehrte nicht zurück.

Am Freitag, dem 13. Mai 2016, konzentrierte sich die Polizei auf die Suche am Anhaltischen Theater und im Bereich Friedensplatz. Schließlich wurde ein nackter weiblicher Körper tot in einem Busch in der Hausmannstraße im Zentrum von Dessau in der Nähe des Friedensplatzes gefunden. Das Gebiet wurde sofort abgeriegelt. Der Körper hatte schwere Wunden am Kopf und im Gesicht, die eine sofortige Identifizierung unmöglich machten. Rudolf Lückmann, Professor an der Hochschule Anhalt beschrieb später: „Ihr Mund, zusammen mit dem Gesicht, war brutal zerschlagen. Ihr entstellter Körper ist mit Wunden aus einem harten Kampf um das Überleben bedeckt.

Ein Aufruf der Polizei am 14. Mai zur Suche nach Augenzeugen führte tags darauf zu einem ersten Hinweis. Am 16. Mai bestätigte die gerichtsmedizinische Untersuchung, dass der Leichnam definitiv der der vermissten Studentin Li sei, und dass sich zumindest eine Spur von Fremd-DNA auf den Körper befinden sollte. Am 19. Mai 2016 wurde die Existenz von fremden DNA-Spuren bestätigt. Die Proben wurden zum Vergleich an das Bundeskriminalamt weitergegeben; dabei wurden keine Übereinstimmungen gefunden.

Verdacht des gemeinschaftlichen Mordes und Vertuschungsverdacht

Am Montag, den 23. Mai 2016, stellten sich ein junges lokales Paar, Sebastian F. (20 Jahre), der Sohn und Stiefsohn von einer Beamtin der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost und des Dessauer Polizeichefs, und seine Verlobte, Xenia I. (20 Jahre), der Polizei. Die beiden gaben an, dass die DNA, die in dem Körper des Opfers gefunden wurde, von ihnen komme und dass sie sich mit Li in der Nacht vor ihrem Verschwinden in der Wohnung des Paares zum einvernehmlichen Sex getroffen hätten, die nahe dem Ort liegt, wo der Körper des Opfers gefunden wurde. Sie behaupteten auch, die Wohnung nach dem Treffen mit Li nicht verlassen zu haben. Allerdings widersprechen diese Aussagen Berichten von Augenzeugen, wonach Li zu der Zeit an anderer Stelle gesehen worden sei, als das angebliche Treffen mit dem Paar stattgefunden haben soll.

Während die beiden jegliche Verwicklung in den Mord bestritten, wurden sie nach übereinstimmenden Ergebnissen einer DNA-Analyse des Mordes angeklagt und in Haft genommen.

Die Mutter des Beschuldigten, Ramona S., und ihr Lebenspartner Jörg S., beide Polizeibeamte, gerieten in den Verdacht, Beweismittel vertuscht zu haben. Die Mutter, tätig bei der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost, arbeitete offenbar freiwillig in der Ermittlergruppe „Anhalt“ mit.Der Stiefvater ist seit November 2012 Leiter des Dessauer Polizeireviers.. Zugleich halfen sie insbesondere beim Räumen der Wohnung des Paares am Samstag 21. Mai 2016.

Die Ermittlungen wurden von der Dessauer Polizei auf die Polizei in Halle (Saale), Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd, übertragen.

Die Eltern des Opfers stellten eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Oberstaatsanwalt Folker Bittmann; das Justizministerium sieht bisher jedoch keinen Grund, eine andere Staatsanwaltschaft als die Dessauer Staatsanwaltschaft einzuschalten.

https://en.m.wikipedia.org/wiki/Murder_of_Yangjie_Li

Veröffentlicht von Aufgewacht

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4 Gedanken zu “Der Mordfall Li Yangjie

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