Kerntechnische Anlage Majak

Die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl ereignete sich am 26. April 1986
Wusstet Du, dass
es eine größere Nuklearkatastrophe als Tschernobyl gab ? Am 29. September 1957 in der  Kerntechniche Anlage Majak !
Nach Angaben der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit kam es in der kerntechnische Anlage Majak  zwischen 1948 und 2008 zu acht dokumentierten, schwerwiegenderen Ereignissen.

                 Hauptthema

Majak  ist eine kerntechnische Anlage in Russland in der Oblast Tscheljabinsk bei Osjorsk. Sie war die erste Anlage zur industriellen Herstellung spaltbaren Materials für Kernwaffen der Sowjetunion. Durch den regulären Betrieb der Anlage und  Unfälle, wurden sehr große Mengen radioaktiver Substanzen in die Umwelt abgegeben. Aufgrund der teilweise immer noch andauernden Geheimhaltung und strengen Zugangsbeschränkungen zur Anlage und zur Stadt Osjorsk sind bis heute nur eingeschränkt verlässliche Informationen bekannt.

                       Unfälle

21. April 1957: Kritikalitätsstörfall in Behälter mit hochangereichertem Uran

In einem Behälter, der sich in einem Handschuhkasten befand, sammelte sich zu viel Uran-Lösung, so dass diese kritisch wurde. Der Behälter platzte daraufhin auf und Teile der Lösung liefen in den Handschuhkasten. Die Arbeiterin erhielt eine Strahlendosis von 30 bis 46 Gray und verstarb 12 Tage darauf. Fünf weitere Arbeiter im selben Raum wurden mit jeweils über 3 Gray verstrahlt und daraufhin strahlenkrank. Fünf weitere Personen erhielten Dosen von bis zu 1 Gray.

Kyschtym-Unfall geschah am 29. September 1957

Auch bekannt als Unfall von Majak. Die dortige Wiederaufarbeitungsanlage lagerte ihre Abfallprodukte in großen Tanks. Durch den radioaktiven Zerfall der Stoffe entsteht Wärme, weswegen diese Tanks ständig gekühlt werden müssen. Nachdem im Laufe des Jahres 1956 die Kühlleitungen eines dieser jeweils 250 m³ fassenden Tanks undicht geworden waren, und deshalb die Kühlung abgestellt wurde, begannen die Inhalte dieses Tanks zu trocknen. Ausgelöst durch einen Funken eines internen Messgerätes explodierten die enthaltenen Nitratsalze und setzten große Mengen an radioaktiven Stoffen frei. Da die kontaminierte Wolke bodennah blieb, entsprach die Belastung der Gegend um das russische Kyschtym nahezu der doppelten Menge des Tschernobyl-Unfalls. Da die Kontamination sich auf den Ural beschränkte, schlugen Messgeräte in Europa keinen Alarm, wodurch der Unfall vor der Weltöffentlichkeit 30 Jahre lang geheim gehalten werden konnte.

2. Januar 1958: Kritikalitätsstörfall in Behälter mit hochangereichertem Uran

Nach einem Kritikalitätsexperiment sollte die Uran-Lösung in geometrisch sichere Behälter umgefüllt werden. Um Zeit zu sparen umgingen die Experimentatoren die Standardprozedur zum Umfüllen, weil sie davon ausgingen, dass die verbliebene Lösung weit unterkritisch sei. Allerdings reichte durch die veränderte Geometrie beim Umfüllen die Anwesenheit der Personen aus, um genügend Neutronen zu reflektieren, damit die Lösung prompt kritisch wurde. Die Lösung explodierte und drei Arbeiter erhielten Strahlendosen von etwa 60 Gray und starben nach fünf bis sechs Tagen. Eine Arbeiterin in 3 Meter Entfernung erhielt 6 Gray, überlebte die akute Strahlenkrankheit, litt aber an schwerwiegenden Folgeerkrankungen.

1967: Kontaminierte Staubstürme

Eine Dürre-Periode im Frühjahr 1967 führte zu einem absinkenden Wasserspiegel des als Zwischenlager genutzten Karatschai-Sees. Starke Winde verfrachteten zwischen dem 10. April und dem 15. Mai radioaktiv belastete Sedimentstäube von den trockenen Ufern über ein Gebiet von 1.800 bis 5.000 km2.

10. Dezember 1968: Kritikalitätsstörfall in Behälter mit einer Plutoniumlösung

Beim improvisierten Umfüllen einer Plutoniumlösung von einem 20-Liter-Behälter in einen 60-Liter-Behälter wurde die Lösung im Zielbehälter kritisch. Nach dem resultierenden Lichtblitz und Hitzestoß ließ der Arbeiter den 20-Liter-Behälter fallen, die Reste der Plutoniumlösung darin liefen auf den Boden. Das Gebäude wurde evakuiert und der Strahlenschutzbeauftragte untersagte den Zutritt zum Bereich. Der Schichtleiter bestand jedoch darauf, das Gebäude zu betreten und ging zusammen mit dem Strahlenschutzbeauftragten bis vor den Raum, in dem sich der Unfall ereignete. Trotz gefährlich hoher Gammastrahlenwerte ging der Schichtleiter hinein, nachdem er den Strahlenschutzbeauftragten weggeschickt hatte. Vermutlich versuchte er dann, Teile der Plutoniumlösung in einen Abwassertank zu leiten, was jedoch zu einer erneuten Kritikalität führte. Der Schichtleiter wurde mit schätzungsweise 24 Gray verstrahlt und verstarb etwa einen Monat später. Der Arbeiter erhielt etwa 7 Gray und entwickelte eine schwere akute Strahlenkrankheit; seine beiden Beine und eine Hand mussten amputiert werden.

31. August 1994: Brand an einem Brennstab

Während der Wiederaufarbeitung geriet am 31. August 1994 die Hülle eines Brennstabs in Brand. Dadurch wurde radioaktives Material mit einer Aktivität von 8,8 GBq (8,8 · 109 Bq) freigesetzt, was 4,36 % der erlaubten Jahresemission entspricht.

9. September 2000: Stromausfall

Nach einem 42-minütigen Stromausfall im Steuerungsraum des Atomreaktors Ludmilla setzt das Kühlsystem des Reaktors aus und es kommt fast zur Schmelze.

26. bis 28. Juni 2007: Pipeline-Leck
Durch einen Defekt an einer Rohrleitung für radioaktive Flüssigkeiten traten diese zwei Tage lang aus einer undichten Stelle aus. Der Direktor der Anlage, Vitaly Sadovnikov, wurde wegen dieses Vorfalls von seinem Posten suspendiert.

25. Oktober 2007: Radioaktiver Abfall ausgelaufen

Nach offiziellen russischen Angaben wurde am 25. Oktober 2007 aus der Wiederaufarbeitungsanlage Radioaktivität freigesetzt, allerdings soll es weder Verletzte noch eine Beeinträchtigung für die Umwelt gegeben haben. Flüssiger radioaktiver Abfall sei aus einem Tank eine Straße entlang gelaufen. Als offizieller Grund wurde angegeben, dass Sicherheitsregeln nicht genügend umgesetzt worden seien. Die Erde entlang dieser Straße sei abgetragen worden.

22. Oktober 2008: Drei verletzte Arbeiter durch Leckage

Durch eine defekte Dichtung trat aus einem Auffangbecken radioaktives Material in Block Nr. 20 aus und verletzte drei dort arbeitende Ingenieure. Einem davon musste in der Folge ein Finger amputiert werden, um die Ausbreitung eines α-Strahlers in seinem Körper zu stoppen.

Quelle: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kerntechnische_Anlage_Majak

Veröffentlicht von Aufgewacht

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2 Gedanken zu “Kerntechnische Anlage Majak

  1. ..man darf gar nicht denken was da in der Welt alles passiert, kein Wunder, dass die Krebs Erkrankungen immer mehr im zunehmen sind. Schlimm aber, dass noch immer desolate Kern-Kraftwerke in Betrieb sind und die Welt nur zuschaut und nichts dagegen unternimmt.
    Lieben Sonntagsgruß

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