Kognitive Wende

Kognitive Wende ist die Bezeichnung für eine Entwicklung innerhalb der Paradigmen der psychologischen Wissenschaftsgemeinde vom Behaviorismus hin zum Kognitivismus.

Eine wichtige Station in der kognitiven Wende war Noam Chomskys Behaviorismus-Kritik (die selbst Gegenstand der Kritik ist, die er in seiner Besprechung von B.F. Skinners Buch Verbal Behavior formuliert hat. Berühmt wurde sein Satz.

Es ist durchaus möglich − überaus wahrscheinlich, könnte man annehmen − dass wir allemal mehr über menschliches Leben und menschliche Persönlichkeit aus Romanen lernen werden als durch die wissenschaftlich betriebene Psychologie.

Quelle: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kognitive_Wende

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Bild oben: Bewusstseinsvorstellung aus dem 17. Jahrhundert von Robert Fudd

Lexikon der Psychologie schreibt:

Unter Kognitionen werden alle Denk- und Wahrnehmungsvorgänge und deren mentale Ergebnisse (Wissen, Einstellungen, Überzeugungen, Erwartungen) verstanden.

Kognitionen können bewusst, z.B. das Lösen einer Rechenaufgabe, und unbewusst, z.B. bei der Meinungsbildung, ablaufen. Während sich die Psychologie um 1960 fast ausschließlich mit dem Verhalten beschäftigte und die zugrunde liegenden Kognitionen außer Acht ließ, wendete sie sich ab 1960 vermehrt den Kognitionen zu (kognitive Wende). Die kognitive Psychologie hat sich dabei stark von der Informationstechnologie beeinflussen lassen und z.B. versucht, die menschliche Intelligenz mit Hilfe von Computermodellen zu verstehen (künstliche Intelligenz).
Zu den am häufigsten untersuchten kognitiven Fähigkeiten und gedanklichen Vorgängen zählen:

* Wahrnehmungen

* Funktionsweise von Langzeit- und Kurzzeitgedächtnis

* Bewusstes Lernen und Erinnern

* Sprache und Spracherkennung

* Zustandekommen von Entscheidungen und Urteilen

Quelle: https://www.psychomeda.de/lexikon/kognition.html

Leitgedanken des Kognitivismus

Eine der grundlegenden Annahmen des Kognitivismus ist die Maschinen-Metapher. Der Mensch wird als biologische Maschine betrachtet, die Informationen aufnimmt, verarbeitet, abspeichert und anwendet. Im Bild dieser Metapher ist es das Ziel des Kognitivismus, die Funktionsweise und Gesetzmäßigkeiten dieser biologischen Maschine zu erforschen. Konkret heißt das: dem Kognitivismus geht es darum, die im Gehirn ablaufenden Prozesse – z.B. Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Entscheidungsprozesse, Problemlösen, Sprache – zu verstehen.

Veröffentlicht von Aufgewacht

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2 Gedanken zu “Kognitive Wende

  1. Danke für die Klarstellung. 😉 Es ist irgendwie komisch; man benutzt diese Begriffe, man weiß auch was sie ungefähr bedeuten, doch wirklich kennt man die Entstehung und den Hintergrund nicht. 😡
    Beim Weiterdenken kommt mir unsere aktuelle gesellschaftliche Situation und eine Analogie zum obigen Beitrag in den Sinn. Wir leben ganz offensichtlich in einer Art gesellschaftlichen Kognitivismus. mir erscheint es so als wollen uns viele einflussreiche Politiker dieser Welt erklären, dass unsere Gesellschaft wie eine soziologische Maschine funktioniert. Und wehe einer funktioniert nicht nach den postulierten mechanistischen Gesetzen, dann wird er gejagt, diffamiert und im schlimmsten Fall, wie Herr Mollath, in die Psychiatrie gesteckt.

    Gefällt 2 Personen

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